Geschichte

Apple Inc. [ˈæpəlˌɪŋk] ist ein amerikanisches Unternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen Cupertino, das Computer und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware herstellt. Apple gehörte in den 1970er Jahren zu den ersten Herstellern von Personal Computern und trug zu ihrer Verbreitung bei. Bei der kommerziellen Einführung der grafischen Benutzeroberfläche und der Maus in den 1980er Jahren nahm Apple eine Vorreiterrolle ein. Mit dem Erscheinen des iPods 2001, des iPhones 2007 und des iPads 2010 weitete Apple sein Geschäft sukzessive auf andere Produktbereiche aus. Apple betreibt zudem mit dem iTunes Store und dem App Store zwei der weltgrößten Distributionswege für digitale Güter.
Laut der Marktforschungsgruppe Millward Brown ist die Marke Apple mit einem Wert von rund 185 Milliarden US-Dollar die wertvollste Marke der Welt. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist Apple laut der Liste Financial Times Global 500 (erstmals im September 2011) seit Frühjahr 2012 das wertvollste Unternehmen der Welt.

1976–1980: Gründung und erste Erfolge



Der Apple I, Smithsonian Museum
Apple wurde am 1. April 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet. Das Startkapital von 1.300 US-Dollar kam aus dem Verkauf von Jobs’ VW-Bus und dem programmierbaren Hewlett-Packard-Taschenrechner HP-65 von Wozniak. Wayne zog sich elf Tage später wieder zurück und verkaufte seine Anteile an der Firma für insgesamt 2.300 US-Dollar.
In Los Altos im heute noch bekannten Silicon Valley entwarf Steve Wozniak die ersten Rechner, die Steve Jobs und er in der Garage zusammenbauten. So entstand 1976 der Apple I, der für 666,66 US-Dollar bei der Computerkette Byte Shop verkauft wurde. Der erste Werbespruch lautete Byte into an Apple. Einige hundert Exemplare des Apple I wurden verkauft. Anfang 1977 wurde Apple Computer in eine Gesellschaft umgewandelt. Erster Investor wurde Mike Markkula, der für 250.000 US-Dollar 26 % der Anteile bekam.
Der 1977 vorgestellte Nachfolger Apple II verkaufte sich bis 1985 knapp zwei Millionen Mal und gilt als einer der erfolgreichsten Personal Computer seiner Zeit. Im Gegensatz zur heute bekannten grafischen Benutzeroberfläche waren der Apple I und II noch kommandozeilenorientiert.

1981–1984: Xerox PARC, Lisa und Macintosh



Das LISA OS, eines der ersten Fenstersysteme
Bereits im Herbst 1979 begann der Apple-Mitarbeiter Jef Raskin ein Projekt mit dem Codenamen „Macintosh“, das einen Computer für breite Bevölkerungsschichten hervorbringen sollte. Raskin drängte darauf, dass Steve Jobs das Forschungszentrum Xerox PARC (Palo Alto Research Center) besuchen solle. Dort sah Jobs im November 1979 den Xerox Alto, den ersten Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche (engl.: Graphical User Interface, GUI). Jobs war beeindruckt und erreichte schließlich, dass wenige Wochen später eine Gruppe von Apple-Entwicklern die Technologie vorgeführt bekam. Xerox erhielt im Gegenzug die Gelegenheit, vor Apples Börsengang 100.000 Aktien im Wert von damals einer Million US-Dollar zu kaufen.
Das damals vorgestellte GUI des Alto verfügte über die grundlegenden Elemente moderner GUIs, darunter Fenster, Icons, Menüs und die Computermaus (sog. WIMP-Paradigma). Viele weitere Merkmale und Prinzipien moderner GUIs wurden hingegen erst in den nächsten Jahren von Apple entwickelt. Hierzu zählen überlappende Fenster, Pull-down-Menüs, Drag and Drop und der Papierkorb.
Xerox’ erste kommerzielle Umsetzung der damals demonstrierten Ideen, der 1981 vorgestellte Star, verkaufte sich kaum und Xerox verließ den Computermarkt später ganz. Auch Apples erste Umsetzung dieser Ideen im anfangs 10.000 US-Dollar teuren Lisa (1983) war erfolglos. Erst dem wesentlich billigeren Macintosh (1984) gelang es, das GUI auf dem entstehenden PC-Massenmarkt einzuführen.

1985–1996: Die Sculley-Ära

Bereits im Herbst 1982 war Apple auf der Suche nach einem Firmenchef, nachdem Mike Markkula das Amt abgeben wollte. Die Wahl fiel im Frühjahr 1983 auf John Sculley, der zuvor für zwei erfolgreiche Werbekampagnen von PepsiCo verantwortlich gewesen war und als Marketing-Genie galt. Sculley und Jobs waren zunächst voneinander begeistert: So erklärte Jobs im Mai 1984, Sculleys Arbeitsbeginn bei Apple gehöre zu den schönsten Tagen seiner Karriere. Sculley erklärte daraufhin, Apple habe „nur eine Führungsfigur – Steve und mich.“ Kurze Zeit später kam es jedoch zu immer häufigeren Konflikten zwischen beiden, die im Mai 1985 in einem Putsch-Versuch von Jobs mündeten. Nachdem dieser scheiterte, wurde Jobs zunächst von seinen Aufgaben als Leiter der Macintosh-Abteilung entbunden und verließ Apple im September 1985, um den Computerhersteller NeXT zu gründen.
Nachdem die anfängliche Euphorie abgeflaut war, verkaufte der Macintosh sich nur schleppend, da die Hardware zu leistungsschwach war. Dies änderte sich ab etwa 1986 mit der Vorstellung neuer Modelle wie dem Macintosh Plus. Eine hohe Verbreitung fand die Macintosh-Produktreihe im Desktop-Publishing-Markt, der infolge der WYSIWYG-Fähigkeiten des Macintosh sowie dank Software verschiedener Drittanbieter wie PageMaker und QuarkXPress entstand.


Newton MessagePad
Im Jahr 1987 begann eine Gruppe unter der Leitung von Steve Sakoman, an drahtlosen Netzwerken und Handschrifterkennung zu arbeiten. Das Projekt mit dem Codenamen „Newton“ fand die Unterstützung von Sculley, der dafür die Bezeichnung Personal Digital Assistant prägte, und es im Frühjahr 1992 auf der Consumer Electronics Show vorstellte. Das Projekt verzögerte sich jedoch noch mehrfach. Als das erste Gerät, das Newton MessagePad, im Spätsommer 1993 schließlich erschien, war die Handschrifterkennung unausgereift und führte zu Spott bis hin zu einer Parodie in der Fernsehserie Die Simpsons.
Da das Macintosh-Betriebssystem in den 1980er Jahren den Wettbewerbern deutlich voraus war, erzielten die Geräte damals Gewinnmargen von teils über 50 %. Mit dem Erscheinen von Microsoft Windows 3.0 im Mai 1990 kam Apple jedoch unter Druck und stellte im Oktober 1990 mit dem Macintosh LC und dem Macintosh Classic zwei deutlich billigere Macintosh-Modelle vor. Dies führte vorübergehend zu höheren Marktanteilen, gleichzeitig sanken Apples Gewinne jedoch deutlich. Da derweil die Kosten für verschiedene Forschungsprojekte deutlich stiegen – alleine das Newton-Projekt erzeugte Entwicklungskosten in Höhe von 100 Mio. US-Dollar – fuhr Apple 1993 erstmals seit mehreren Jahren einen Quartalsverlust ein. Im Juni 1993 musste Sculley schließlich den Posten als CEO räumen und wurde von Michael Spindler abgelöst.
Unter Spindler begann Apple 1994, das eigene Betriebssystem Mac OS an andere Hardwarehersteller zu lizenzieren, um so stärker in Konkurrenz mit Microsoft zu treten. Zunächst traten dem Lizenzprogramm nur kleinere Firmen wie Power Computing bei, erst 1996 mit Motorola auch ein größerer Hersteller. Die erhofften Marktanteil-Zugewinne traten langfristig jedoch nicht ein, stattdessen hatte sich das konkurrierende Betriebssystem Microsoft Windows weitgehend durchgesetzt.
In Spindlers Amtszeit fiel der erfolgreiche Umstieg von Motorolas 68k- auf PowerPC-Prozessoren, allerdings auch eine Reihe von technischen Problemen und Managementfehlern, die Anfang 1996 zu seiner Ablösung durch Gil Amelio und zu einer Abschreibung in Höhe von 740 Mio. US-Dollar führten. Apple stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Zahlungsunfähigkeit oder einer Übernahme durch Sun oder Oracle.

1997–2000: Der Weg aus der Krise

Ein dringliches Problem war dabei, dass Apples Betriebssystem als veraltet galt und wesentliche Fähigkeiten wie präemptives Multitasking oder geschützter Speicher fehlten, sodass Probleme in einem einzigen Programm das gesamte Betriebssystem zum Absturz bringen konnten. Nachdem eigene Projekte wie Taligent oder Copland scheiterten, sah sich Apple gezwungen, außerhalb der Firma Ausschau nach einem Nachfolger für das eigene Betriebssystem zu halten. Apple verhandelte daher über den Kauf des Unternehmens Be Incorporated, mit der das auf Macs lauffähige Betriebssystem BeOS zu übernehmen gewesen wäre. Die Übernahme scheiterte im November 1996 an den als überhöht empfundenen Forderungen des früheren Apple-Managers und Chefs von Be, Jean-Louis Gassée. Stattdessen übernahm Apple im Dezember 1996 überraschend das Unternehmen NeXT des Apple-Gründers Steve Jobs für etwa 400 Mio. US-Dollar. Deren Betriebssystem NeXTStep sollte die Grundlage für eine neue Generation der Apple-Betriebssysteme werden, bekannt als Mac OS X.
Mit der Übernahme von NeXT zog bei Apple eine neue Unternehmenskultur ein. Im Sommer 1997 wurde Gil Amelio entlassen und das Board of Directors fast vollständig ausgetauscht. Ein neuer CEO wurde zunächst nicht ernannt. Steve Jobs, der bis dahin eine rein informelle Beraterfunktion innegehabt hatte, wurde Mitglied des Boards, wollte jedoch keine Führungsposition bei Apple übernehmen. Während die Firma nach einem geeigneten Nachfolger suchte, wurde er zunächst Interims-CEO und übernahm die Position zweieinhalb Jahre später schließlich dauerhaft. Auch zahlreiche weitere Schlüsselpositionen im Unternehmen wurden mit NeXT-Mitarbeitern besetzt. So wurde Avie Tevanian für die Softwareentwicklung zuständig, während Jon Rubinstein die Hardwareentwicklung übernahm.
Jobs beendete die Lizenzierung des Betriebssystems an andere Hersteller, strich viele laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte und stellte mehrere Produktreihen ein, darunter den Newton, sowie sämtliche Macintosh-Performa-Modelle. Die neue Produktstrategie sah nur noch zwei Rechnerlinien vor – eine für Heimanwender und eine leistungsstärkere für professionelle Anwender – und in jeder Rechnerlinie je ein Gerät für den mobilen und eines für den stationären Einsatz. Diese vier Geräte waren das iBook und der iMac für Heimanwender sowie das PowerBook und der Power Mac für Profis.

Der Deal mit Microsoft

Ein weiteres wichtiges Element der Firmenrettung war ein Deal mit dem Erzrivalen Microsoft, der im August 1997 auf der Macworld Expo präsentiert wurde. Dabei investierte Microsoft 150 Mio. US-Dollar in Apple in Form von stimmrechtslosen Aktien. Beide Firmen vereinbarten ein Cross-Licensing-Abkommen sowie eine enge Zusammenarbeit bei der Java-Entwicklung. Außerdem würde Apple den Internet Explorer zum neuen Standard-Webbrowser des Macintosh-Betriebssystems machen und Microsoft verpflichtete sich, fünf Jahre lang für den Macintosh ebensoviele neue Versionen von Microsoft Office herauszubringen wie für Windows. Ein fehlendes Microsoft Office auf dem Macintosh wurde damals als große Gefahr für Apple angesehen:
“The threat to cancel Mac Office 97 is certainly the strongest bargaining point we have, as doing so will do a great deal of harm to Apple immediately. I also believe Apple is taking the threat very seriously.”
„Die Drohung, Mac Office 97 nicht auf den Markt zu bringen, ist sicherlich das stärkste Verhandlungsargument, das wir haben, da es Apple unverzüglich großen Schaden zufügen würde. Ich glaube auch, dass Apple diese Gefahr sehr ernst nimmt.“
Ben Waldman, Microsoft-Manager

Mac OS X

Im Sommer 1997 erschien Mac OS 8. Während ein Teil der Firma noch an zukünftigen Versionen des klassischen Mac-Betriebssystems arbeitete, entwickelte eine andere Gruppe dessen Nachfolger Mac OS X. Dieser basiert auf dem Betriebssystem Darwin, das Teile des unixoiden Betriebssystems FreeBSD mit dem Mach-Kernel von NeXTStep verknüpft. Es verfügt zudem über zwei Programmierschnittstellen (APIs): die aus NeXTStep weiterentwickelte Cocoa-API sowie die bereits ab Mac OS 8 verfügbare Carbon-API, die Entwicklern von bestehender Mac-OS-Software die Portierung auf Mac OS X erleichtern sollte. Neu war zudem die grafische Benutzeroberfläche „Aqua“, die Elemente von NeXTStep (etwa das Dock) und dem klassischen Mac OS kombinierte. Mac OS X erschien im Jahr 2000.

2001–2006: iPod und Intel-Macs

Seit 1998 schrieb Apple wieder schwarze Zahlen, die Wende war geschafft. Bald darauf präsentierte Apple eine neue Strategie: Der Mac sollte das Zentrum des digitalen Lebens (engl. digital hub) werden. Im Oktober 1999 erschien das Programm iMovie, das es Nutzern ermöglichen sollte, digitale Camcorder – welche gerade zu einem Massenmarkt wurden – an den Mac anzuschließen und aus den Aufnahmen Filme zu produzieren. In den Folgejahren stellte Apple mit iTunes und iPhoto Programme zur Musik- und Fotoverwaltung vor und fasste diese im iLife-Programmpaket zusammen. Im Oktober 2001 stellte Apple den MP3-Player iPod vor, der zunächst nur für Macs verfügbar war. In den nächsten Jahren führte Apple den iTunes Music Store zum Kaufen von Musik ein. Nachdem dieser – ebenso wie der iPod – auch für Windows-Computer bereitgestellt wurde, etablierten beide sich als Marktführer.


Apple Store in der New Yorker Fifth Avenue, entworfen von Peter Bohlin
Ebenfalls im Jahr 2001 begann Apple mit dem Aufbau einer eigenen Einzelhandelspräsenz. Die von Ron Johnson entwickelten Geschäfte verkaufen der Digital-Hub-Strategie entsprechend auch Peripheriegeräte anderer Hersteller, etwa Digitalkameras oder PDAs, und erlauben Besuchern, die angebotenen Geräte auszuprobieren.
Am 6. Juni 2005 gab Steve Jobs bekannt, dass Apple die Macintosh-Produktlinie in den Jahren 2006 und 2007 nach und nach auf Prozessoren von Intel umstellen wolle. Bislang hatte Apple PowerPC-Prozessoren eingesetzt, die von IBM und Freescale (vorher Motorola) gefertigt wurden. Im Januar 2006 schließlich führte Apple das MacBook Pro als Nachfolger des PowerBook sowie einen neuen iMac ein. In den nächsten Monaten kamen ein neuer Mac mini und der iBook-Nachfolger MacBook auf den Markt. Mit der Einführung des Mac Pro als Nachfolger des Power Mac am 7. August 2006 wurde der Umstieg auf Intel-Prozessoren abgeschlossen.

Seit 2007: iPhone und iPad

Am 9. Januar 2007 stellte Apple im Rahmen der Macworld San Francisco das Apple TV und das iPhone vor. Steve Jobs erklärte, dass Apple zusätzlich zum iPod nun zwei weitere Produktkategorien abseits des traditionellen Computer-Geschäfts habe. Um dies widerzuspiegeln, wurde das Unternehmen von Apple Computer Inc. in Apple Inc. umbenannt.
Das iPhone-Betriebssystem iOS wird seit September 2007 auch im iPod touch verwendet. Mit der Vorstellung des Tablet-Computers iPad im Januar 2010 erweiterte Apple seine iOS-Produktlinie erneut. Apples iOS-Geräte und Geräte, die das konkurrierende Betriebssystem Android benutzen, dominieren seitdem die Märkte für Smartphones und Tablets. Durch das rapide Wachstum beider Märkte wuchs Apple in dieser Zeit sehr stark und gehört inzwischen zu den finanziell erfolgreichsten Firmen der Welt.
Im Geschäftsjahr 2013 machten iOS-basierte Produkte fast drei Viertel des Umsatzes aus.

Unternehmen

Firmenname

Der Name „Apple Computer“ war die Idee von Steve Jobs, Wozniak war damit zunächst nicht einverstanden. Nachdem beiden innerhalb einer selbst gesetzten Frist kein anderer Name einfiel, meldete Jobs das Unternehmen als „Apple Computer“ an. Jobs selbst erklärte dazu:
„Wir waren damals mit der Anmeldung unseres Unternehmensnamens drei Monate im Verzug, und ich drohte, das Unternehmen ‚Apple Computer‘ zu nennen, falls bis fünf Uhr niemandem ein interessanterer Name einfällt. Ich hoffte, so die Kreativität anzuheizen. Aber der Name blieb. Und deshalb heißen wir heute ‚Apple‘.“
Steve Jobs
„Ich praktizierte mal wieder eine meiner Obstdiäten. Ich war gerade von der Apfelplantage zurückgekehrt. Der Name klang freundlich, schwungvoll und nicht einschüchternd. Apple nahm dem Begriff Computer die Schärfe. Zudem würden wir künftig vor Atari im Telefonbuch stehen.“
Steve Jobs
Diese zweite Erklärung bestätigt Steve Wozniak in seiner Autobiografie iWoz.

Streit mit Apple Records (Beatles)

Im Jahr 1981 führte der Firmenname erstmals zu Konflikten mit dem Beatles-Label „Apple Records“. Apple vermied einen Prozess um den Namen, indem sie zusicherten, sich nicht in der Musikindustrie zu betätigen. Nachdem die Apple-Rechner in den folgenden Jahren über immer weiter gehende Multimediafähigkeiten verfügten, kam es 1989 schließlich zu einem Rechtsstreit, der mit einer außergerichtlichen Einigung endete. Apples Verkauf des iPods und der Betrieb des iTunes Stores führten erneut zu einem Rechtsstreit, der im Februar 2007 beigelegt wurde. Apple ist seitdem Eigentümer aller Markenrechte, die mit dem Namen „Apple“ zu tun haben, und wird bestimmte Rechte an das Beatles-Unternehmen lizenzieren. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Streit mit Café „apfelkind"

Im September 2011 widersprach Apple der Einrichtung einer Markenanmeldung seitens des Bonner Cafés. Dieses wollte sich ein Logo mit dem Schnittmuster eines Kopfes innerhalb eines Apfels sichern. Apple legte wegen „hochgradiger Verwechslungsgefahr“ Einspruch gegen die Eintragung des Logos beim Deutschen Patent- und Markenamt in München ein. Einen Kompromissvorschlag von Apple, die Logonutzung auf das Café zu beschränken – und das Logo insbesondere nicht für Hüllen für digitale Geräte, Computer- oder Videospiele zu nutzen – lehnte die Besitzerin ab und reagierte mit einer Gegenforderung, auf die Apple nicht einging. Am 17. September 2013 zog Apple den Einspruch beim Patentamt ohne Angabe von Gründen zurück, nachdem ein Vergleich zwischen der Firma und dem Café gescheitert war.

Das erste Logo war eine Zeichnung im Stile eines barocken Kupferstichs, das Isaac Newton unter einem Apfelbaum sitzend zeigte; eine Anspielung auf die Entdeckung der Schwerkraft mithilfe eines Apfels. Dieser Entwurf stammte von Ron Wayne. Man stellte jedoch schnell fest, dass sich dieses Logo nur schlecht reproduzieren ließ, da es viel zu kleinteilig war, und so wurde es wieder verworfen.
Die in Regenbogenfarben gestreifte Apfelsilhouette mit Biss wurde 1977 vom Designer Rob Janoff entworfen. Oft werden darin Anspielungen auf Isaac Newton oder Alan Turing, der als einer der Väter des Computers gilt, sowie ein Wortspiel mit dem englischen Wort to bite (beißen), was genauso klingt wie Byte, gesehen, die Janoff selbst jedoch verneint. Während der Apple II die Farben darstellen konnte, wurde für andere Zwecke zunächst oft eine einfarbige Version des Logos genutzt.
Beim Textteil des Logos kam die Schrift Motter Tektura von Othmar Motter zum Einsatz, erschienen bei Letraset Ltd. in Großbritannien. Bei den ersten Macintosh-Modellen kam lediglich der farbige Apfel als Bildlogo zum Einsatz. Mit dem Betriebssystem 7 wurde das Logo in Form einer Wortmarke in Bitstream-Garamond dargestellt, die die neue TrueType-Fähigkeit besser demonstrieren konnte.
Seit 1998 wird das Logo nur noch einfarbig dargestellt, jedoch in wechselnden Farben und teilweise mit Oberflächenstrukturen, je nach umgebendem Design. Die Erscheinung der auf den heutigen Produkten befindlichen Logos ist meist farblos. Sie heben sich nur durch ihre Oberflächenstruktur vom Untergrund ab.

Mitarbeiter

Zwischen 1998 und 2011 war Steve Jobs CEO von Apple. Nach seinem Rücktritt am 24. August 2011 übernahm Tim Cook, der zuvor als COO für das operative Geschäft zuständig war, diesen Posten. Andere hochrangige Manager sind Eddy Cue (Onlinedienste), Craig Federighi (Software), Jonathan Ive (Design), Peter Oppenheimer (Finanzen), Dan Riccio (Hardware), Phil Schiller (Marketing), Bruce Sewell (Juristisches) und Jeff Williams (operatives Geschäft).
Vorsitzender (Chairman) des Board of Directors ist seit November 2011 Arthur D. Levinson (Chairman und ehemaliger CEO von Genentech). Weitere Mitglieder sind CEO Tim Cook, Bill Campbell (Chairman und ehemaliger CEO von Intuit), Millard Drexler (Vorsitzender und CEO von J. Crew), Al Gore (ehemaliger Vizepräsident der USA), Robert Iger (CEO von Disney), Andrea Jung (ehemals Vorsitzende und CEO von Avon Products) und Ronald D. Sugar (ehemals Vorsitzender und CEO von Northrop Grumman). Eric Schmidt (ehemals CEO von Google) verließ am 3. August 2009 das Board of Directors, da angesichts des zunehmenden Wettbewerbs zwischen Google und Apple Interessenskonflikte befürchtet wurden.
Wichtige Mitarbeiter von Apple im Zusammenhang mit der Entwicklung von Lisa und Macintosh waren Jef Raskin (Usability-Spezialist), Andy Hertzfeld, Bill Atkinson und Susan Kare, die u. a. zahlreiche Icons für das Macintosh-System entwarf.
Apple beschäftigte Ende September 2013 rund 80.300 Mitarbeiter (gezählt in Vollzeit-Äquivalenten) sowie 4.100 vorübergehend Beschäftigte und Subunternehmer. Davon waren etwa 42.800 Angestellte im Retail-Bereich beschäftigt.

Apple Stores



Besucher eines Apple Stores in Paris probieren Produkte aus
Die Apple Stores verkörpern ein ungewöhnliches Konzept, bei dem sehr großer Wert auf die Interaktion der Besucher mit den Produkten gelegt wird. Um dies umzusetzen können fast alle ausgestellten Produkte von den Kunden ausprobiert werden; Regale und ähnliche typische Elemente anderer Ladengeschäften sind nicht vorhanden. Dieses Konzept wird als wesentlicher Grund für den Erfolg der Apple Retail Stores angesehen. Jeder Store enthält eine Genius Bar, an der Kunden mit Apple-Produkten geholfen wird.
Apple betreibt weltweit mehr als 400 Apple Retail Stores. Davon befinden sich rund zwei Drittel in den USA, weitere Stores gibt es in 13 weiteren Ländern. Daraus erwirtschaftete Apple im Geschäftsjahr 2013 einen Gewinn von 4 Mrd. US-Dollar.
In Deutschland gibt es insgesamt 12 Stores, neben zwei Geschäften in München (Innenstadt und OEZ) zwei weitere in Hamburg – eines am Jungfernstieg, das andere im Alstertal-Einkaufszentrum – sowie je ein weiteres in Frankfurt am Main in der Freßgass, in Oberhausen im CentrO, in Dresden in der Altmarkt-Galerie, in Augsburg in der City-Galerie, in Köln im Rhein Center, in Sulzbach im Main-Taunus-Zentrum, in Sindelfingen und in Berlin am Kurfürstendamm. In der Schweiz existieren drei Apple Retail Stores (zwei in Zürich und einer in Genf).
Die 2004 vorgestellten „Mini” Retail Stores wurden vom Design-Studio Eight Inc. entworfen. Bis 2013 sollen alle Mini Retail Stores durch Geschäfte von regulärer Größe ersetzt werden.

Finanzdaten

Apple zählt, gemessen an verschiedenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, zu den größten Unternehmen der Welt. Neben Gewinn und Umsatz werden in der Presse auch die hohen Geldreserven thematisiert, die Anfang 2013 bei 137 Mrd. US-Dollar lagen.







Die Apple-Aktie wird an der New Yorker Börse NASDAQ gehandelt und ist Bestandteil der Aktienindizes NASDAQ-100 und S&P 500.
Apple verzichtete seit 1995 auf die Ausschüttung von Dividenden, was in den vergangenen Jahren angesichts hoher Geldreserven von einigen Aktionären zunehmend kritisiert wurde. Nachdem die Finanzreserven des Konzerns auf etwa 100 Milliarden US-Dollar angestiegen waren, kündigte Apple im März 2012 an, ab Juli des Jahres eine Dividende in Höhe von zunächst 2,65 US-Dollar im Quartal zu zahlen. Gleichzeitig kündigte Apple an, eigene Aktien im Wert von 10 Mrd. US-Dollar zurückzukaufen.
Im April 2013 kündigte Apple an, das Aktienrückkaufprogramm auf 60 Mrd. US-Dollar bis Ende 2015 zu erhöhen. Gleichzeitig wurde die Dividende auf 3,05 US-Dollar pro Quartal angehoben.

Spendenbereitschaft

In einer E-Mail teilte Cook mit, dass sein Unternehmen Spenden der Mitarbeiter an anerkannte gemeinnützige Organisationen verdoppelt. Außerdem hat Apple bis 2012 eine Summe von 100 Millionen US-Dollar dem Stanford University Medical Center und dem bereits vor Cook bestehenden Product Red zur Verfügung gestellt. Product Red setzt sich für die Bekämpfung von AIDS und Tuberkulose ein.

Produkte

Apple entwirft sowohl Software als auch Hardware, und lässt letztere von Vertragspartnern wie Asus vornehmlich in China fertigen. Die Produkte werden oft als innovativ angesehen und besitzen meist ein funktionales Design. Die klare und schnörkellose Linienführung ist durch Produkte des deutschen Elektrogeräteherstellers Braun inspiriert, die von Dieter Rams entworfen wurden.

Software

Betriebssysteme

Apples erste Betriebssysteme waren die in den Apple-II- und Apple-III-Baureihen verwendeten Systeme Apple DOS, SOS und ProDOS. Diese waren kommandozeilenorientiert, wie damals (Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre) üblich. 1983 stellt Apple mit dem Lisa OS eines der ersten kommerziell erhältlichen Betriebssysteme vor, das vollständig über eine grafische Oberfläche bedient wurde. 1984 wurde mit dem Betriebssystem des Macintosh das erste grafische Betriebssystem auf den Markt gebracht, das sich in großem Umfang verkaufte. Zwei Jahre später wurde der Apple IIgs vorgestellt, dessen Betriebssystem GS/OS viele Funktionen des Macintosh-Betriebssystems übernahm.
Mit der Einstellung der Apple-II-Produktlinie Anfang der 1990er Jahre konzentrierte sich Apple auf die Macintosh-Reihe, deren Betriebssystem bis Version 7 schlicht „System“ und später „Mac OS“ genannt wurde. Mac OS 9 erschien im Jahr 1999. Sein Nachfolger, Mac OS X, übernahm Teile der Oberfläche, basiert jedoch auf einem vollkommen anderen Betriebssystemkern, der auch im mobilen Betriebssystem iOS zum Einsatz kommt. Eine Servervariante (Mac OS X Server) ist erhältlich, wird jedoch seit Mac OS X 10.7 nicht mehr als eigenständiges Betriebssystem vertrieben.

Anwendungssoftware

Apple bietet eine Vielzahl verschiedenster Programme an. Dazu zählen die im Betriebssystem OS X enthaltenen Standardanwendungen, etwa das Medienverwaltungsprogramm iTunes, der Webbrowser Safari, das Schreibprogramm TextEdit, der Instant Messenger Nachrichten (mit Audio- und Videochatfunktionen) oder Mail, Kontakte und Kalender.
Im iLife-Paket, das jedem neu gekauftem Mac beiliegt, sind das Fotoverwaltungsprogramm iPhoto, das Videoschnittprogramm iMovie und das Musikprogramm GarageBand enthalten. Das iWork-Paket enthält das Textverarbeitungsprogramm Pages, das Präsentationsprogramm Keynote und das Tabellenkalkulationsprogramm Numbers.
Außerdem entwickelt Apple mit Aperture (Fotobearbeitung und -verwaltung), Logic Pro (Audio und Sequencing) und Final Cut Pro (Videoschnitt) Software für die professionelle Foto-, Audio- und Videobearbeitung.

Open Source und Industriestandards

Apple bietet Teile von Mac OS X und iOS (größtenteils unixoide Programme und Bibliotheken) sowie viele Entwicklerwerkzeuge unter verschiedenen Open-Source-Lizenzen an (hauptsächlich Apache-Lizenz, AGPL, BSD, GPL, MIT). Darunter sind z. B. fast alle I/O-Treiber (für die Kommunikation mit Speichergeräten zuständig); Teile von Grand Central Dispatch, einer Bibliothek, die es Softwareentwicklern erleichtern soll, Prozessorlast besser auf die Prozessorkerne zu verteilen; die Browserengine WebKit, die im mobilen Bereich führend ist; sowie die eigenen Ergänzungen zur GNU Compiler Collection (GCC). Gleichzeitig unterstützt Apple die Compiler-Backend-Infrastruktur LLVM und insbesondere Clang (C/C++/Objective-C-Frontend), um eine Alternative zur GCC zu schaffen.
Apple war zudem an der Entwicklung folgender Industriestandards beteiligt:
  • OpenCL (8. Dezember 2008) plattformunabhängige Spezifikation zur Verwendung von Grafikkarten für allgemeine Rechenaufgaben (GPGPU)
  • TrueType (1991) Schriftdarstellungsstandard für Bildschirm und Druck
  • QuickTime (25. Juni 1990) Speicherformat für Bild-, Ton- und Videodaten, gängiges Format in Digitalkameras, um Videos aufzuzeichnen

Computer

Desktops

Notebooks

Mobile Geräte

iPod

Am 23. Oktober 2001 stellte Apple den ersten iPod vor, im Laufe der Jahre kamen mehrere Modelle hinzu. Heute bietet Apple vier iPod-Modelle an: iPod shuffle, iPod nano und iPod classic, sowie den iOS-basierten iPod touch (siehe auch den nächsten Abschnitt). Der iPod etablierte sich schnell als Marktführer unter den MP3-Playern, bis September 2012 wurden mehr als 350 Millionen Stück verkauft.

iOS-Geräte

Am 9. Januar 2007 stellte Apple das iPhone vor, im Herbst des Jahres folgte der erste iPod mit Touchscreen, der iPod touch. Beide nutzen das gleiche Betriebssystem, welches zunächst als iPhone OS bezeichnet und im Sommer 2010 mit Version 4.0 in iOS umbenannt wurde.
Anfang 2010 stellte Apple das iPad vor, ein Tablet, auf dem ebenfalls iOS lief. Im Oktober 2012 wurde zudem das iPad mini vorgestellt, welches über einen kleineren Bildschirm als das normale iPad verfügt.
Das im September 2006 vorgestellte Apple TV lief zuerst mit einer modifizierten Version von Mac OS X; seit die Hardware im September 2010 rundumerneuert wurde, läuft auf dem Apple TV eine stark veränderte iOS-Variante, auf der z. B. keine Apps aus dem App Store laufen.

Onlinedienste

  • App Store (Plattform zum Anbieten und Laden von Programmen für die Betriebssysteme iOS und Mac OS X)
  • iTunes Store (in iTunes integrierte Onlineplattform, über die Musik, Spielfilme und Fernsehserien gekauft werden können)
  • iCloud (teilweise kostenloser Cloud-Computing-Dienst, mit dem u. a. Mails, Termine, Aufgaben und Fotos auf alle eigenen Endgeräte (iPod, iPhone und Mac bzw. Windows-Computer) verteilt werden können; wurde zuvor als MobileMe bzw. .Mac vermarktet)

Peripheriegeräte und Unterhaltungselektronik



Apple Magic Mouse (2009)
Apple stellt verschiedene Peripheriegeräte her, darunter Bildschirme wie das Apple Cinema Display (früher auch Apple Studio Displays), Eingabegeräte wie Mäuse, Tastaturen (u. a. Wireless Keyboard) und das sogenannte Magic Trackpad, sowie WLAN-Geräte (AirPort und Time Capsule). Von Apple stammt zudem die FireWire-Schnittstelle zur Anbindung von Geräten wie Videokameras oder Festplatten, die später unter dem Namen „IEEE 1394“ zu einem Industriestandard wurde.


Silentype Thermodrucker
Früher bot Apple weitere Peripheriegeräte wie Drucker (u. a. StyleWriter und LaserWriter) und Scanner, Digitalkameras (u. a. QuickTake und iSight) und das iPod Hi-Fi an. Auch eigenständige Geräte wie der PDA Newton, die Spielekonsole Apple Pippin oder der CD-Player PowerCD wurden verkauft. Viele dieser Geräte waren keine Eigenentwicklungen von Apple, sondern wurden von anderen Herstellern in Apples Auftrag produziert.

Barrierefreiheit

Apple ist der einzige Hersteller am Markt, der seine Produkte serienmäßig mit Bedienungshilfen für Behinderte ausstattet, die es blinden und sehbehinderten Nutzern gestatten die Geräte ohne fremde Hilfe nach dem Kauf selbstständig in Betrieb zu nehmen. Der Screenreader VoiceOver steht dem sehgeschädigten Nutzer direkt bei der Installation des Betriebssystems und im Einrichtungsassistenten auf mobilen Endgeräten zur Verfügung. Während Nutzer eines Windows-PCs mitunter Kosten von ca. 1200 Euro für Screenreader-Software einkalkulieren müssen, ist VoiceOver fester Bestandteil des Betriebssystems und wird also auch ständig kostenfrei aktualisiert. Sowohl Mac OS X als auch iOS besitzen ferner die Möglichkeit zum Anschluss einer sogenannten Braillezeile, die den Bildschirminhalt in Punktschrift ausgeben kann.
Neben der Ausgabe des Bildschirms in gesprochener Sprache und Punktschrift beinhalten die Bedienungshilfen auch optische Anpassungsmöglichkeiten und eine Zoom-Funktion für Menschen mit ausreichendem Sehrest sowie weitere Bedienungshilfen für Hörgeschädigte und andere Betroffene anderer Behinderungen.

Kritik

Arbeitsbedingungen bei Zulieferfirmen

Apple lässt seine Produkte, wie die meisten Technologiefirmen, vorwiegend von Auftragsfertigern wie Foxconn oder Pegatron in Asien produzieren. Die bei diesen Firmen herrschenden Arbeitsbedingungen entsprechen nicht westlichen Standards; arbeitsrechtliche und gesundheitliche Belange der Arbeiter werden oft nicht hinreichend berücksichtigt.
Im Jahr 2006 berichtete die britische Zeitung Mail on Sunday über erzwungene Überstunden und Unterschreitungen des gesetzlichen Mindestlohns in zwei Foxconn-Werken. Eine Untersuchung von Apple widersprach dem, stellte jedoch Verstöße gegen den Apple-eigenen Verhaltenskodex für Zulieferer fest. Infolge dessen schloss Apple sich dem Industrieverband EICC an, der einheitliche Verhaltensregeln und Prüfinstrumente definiert, und begann die Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation Verité. Seit 2007 veröffentlicht Apple jährlich einen Bericht, der die Ergebnisse aller im Vorjahr durchgeführten Überprüfungen von Zulieferbetrieben zusammenfasst.
Auch in den folgenden Jahren gab es immer wieder Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen bei Foxconn und anderen Zulieferbetrieben. Die von Greenpeace unterstützten Public Eye Awards nominierten Foxconn 2011 für einen Negativpreis, da „Dumpinglöhne“ und „unethische bis illegale“ Arbeitsbedingungen zu mindestens 18 Selbstmorden von jungen chinesischen Wanderarbeitern geführt hätten. Anfang 2012 trat Apple der Fair Labor Association (FLA) bei, die im März die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung der Arbeitsbedingungen bei Foxconn veröffentlichte. In zwei weiteren Untersuchungen seitdem stellte die FLA fest, dass alle im ersten Bericht empfohlenen Maßnahmen umgesetzt wurden. Neben Arbeitszeitverkürzungen und ergonomischen Maßnahmen wurde so etwa der Organisationsgrad in Gewerkschaften stark erhöht.
Seit 2012 überwacht Apple zudem die Wochenarbeitszeiten von mehr als einer Million Arbeitern bei Zulieferbetrieben und veröffentlicht diese Daten im Internet. Nach Firmenangaben sank die Häufigkeit der Verstöße gegen die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 35 % im Jahr 2006 auf durchschnittlich 8 % im Zeitraum 2012/13.

Umweltschutz

Apple sah sich Vorwürfen von mehreren Umweltschutzorganisationen, darunter Greenpeace, ausgesetzt. Der im August 2006 erstmals veröffentlichte Guide to Greener Electronics kritisierte anfangs insbesondere die Verwendung von damals industrieweit üblichen, giftigen Chemikalien wie PVC oder bromhaltigen Flammschutzmitteln, sowie die Tatsache, dass Apple keine Pläne zum Verzicht auf diese Chemikalien veröffentlicht hatte. Zudem wurde bemängelt, dass Apple in einigen Ländern keine alten Produkte zum Recycling annimmt. Kritiker, darunter das Onlinemagazin treehugger.com, wiesen auf methodische Mängel hin. Unter anderem habe Greenpeace zu großen Wert auf öffentliche Absichtserklärungen der Unternehmen gelegt.
Steve Jobs hat als Reaktion auf die Vorwürfe von Greenpeace im Mai 2007 angekündigt, Apple führend im Bereich des Umweltschutzes machen zu wollen. In seinem Text A Greener Apple führte Jobs bereits erreichte Erfolge auf und kündigte weitere Maßnahmen für den Umweltschutz an. Apples Entscheidung, die US-amerikanische Handelskammer wegen ihrer Fundamentalopposition gegen ein Klimaschutzgesetz zu verlassen, stieß bei Umweltschutzverbänden auf Zustimmung.
Im November 2012 lag Apple in einer aktualisierten Version des Guide to Greener Electronics auf Platz 6 von 16 untersuchten Konzernen. Während Greenpeace den weitgehenden Verzicht auf schädliche Chemikalien sowie eine hohe Recyclingrate positiv bewertete, bemängelte die Organisation vor allem, dass Apple keine ausreichenden Absichtserklärungen zum Umstieg auf erneuerbare Energien und zur Vermeidung von Treibhausgasen, sowie zur Verwendung von recyceltem Plastik und Papier veröffentliche.
Im Juli 2012 zog Apple sich aus dem Programm Electronic Product Environmental Assessment Tool (EPEAT) zurück. Das bedeutet, dass die Produkte des Unternehmens nicht mehr nach den EPEAT-Richtlinien zertifiziert werden, wie es seit 2007 getan wurde. Die Entscheidung wurde öffentlich stark kritisiert, da das EPEAT-Zertifikat für die Beschaffung von Endgeräten durch Bundes- und Landesbehörden der USA notwendig ist. In einer offiziellen Stellungnahme wies Apple darauf hin, dass die eigenen Produkte besonders in Punkten gut abschneiden würden, die von EPEAT nicht berücksichtigt würden. Wenige Tage nach der Stellungnahme erklärte Apple, der Ausstieg aus EPEAT sei ein Fehler gewesen. Die Zertifizierung für sämtliche betroffenen Geräte werde fortgesetzt.
Im Frühjahr 2013 stellte Apple Lisa Jackson, die langjährige Chefin der US-Umweltschutzbehörde EPA, als Koordinatorin für Umweltschutz-Aktivitäten ein.

Rückdatierte Aktienoptionen

Apple hat zwischen 1997 und 2006 Aktienoptionen in der Höhe von 84 Millionen US-Dollar an Mitarbeiter, darunter der damalige CEO Steve Jobs, rückdatiert. Infolge dieser Affäre traten die Chef-Justiziarin und der Finanzchef von Apple zurück. Jobs selbst habe laut einer internen Untersuchung zwar von der Rückdatierung von Aktienoptionen gewusst, jedoch geglaubt, nicht selbst von dieser Praxis zu profitieren. Folgen für die Bilanzen seien ihm demnach nicht klar gewesen.

Vorgehen gegen nichtautorisierte Berichterstattung

Apple ist in den letzten Jahren wiederholt gegen nichtautorisierte Berichterstattungen über unveröffentlichte Produkte gerichtlich vorgegangen. Betroffen waren hiervon in der Vergangenheit Blogger von Apple Insider, PowerPage und Think Secret, die im Internet über geplante Produkteinführungen berichteten. Apple vermutete hinter den Berichterstattern zum Teil eigene Angestellte, die Unternehmensinterna preisgäben. In den bisherigen gerichtlichen Verfahren gegen die Autoren der Berichte hatte Apple teilweise keinen Erfolg. Erst im Jahr 2006 hatte ein kalifornisches Gericht festgestellt, dass Blogger und Online-Journalisten denselben verfassungsgemäßen Schutz der Pressefreiheit genießen wie Vertreter der traditionellen Presse. Außerdem musste Apple die Electronic Frontier Foundation mit einer Zahlung von 700.000 US-Dollar für die Übernahme der Verteidigungs- und Gerichtskosten entschädigen.
Spiegel Online kritisiert die „extreme Geheimhaltung“ und schreibt, Apple sei ein „paranoider Konzern, für den Geheimnisse nicht nur Schutz vor der Konkurrenz sind, sondern auch ein Marketingwerkzeug“. So sei kostenlose Werbung durch den Hype und die Gerüchteküche vor der Einführung eines neuen Produkts gewährleistet. Wie wirkungsvoll diese Strategie ist, zeigt eine Schätzung des Harvard-Professors David Yoffie, wonach die Berichterstattung über das iPhone Anfang 2007 etwa die gleiche Wirkung gehabt habe, wie eine 400 Mio. US-Dollar schwere Werbekampagne. Geheimnisverrat werde nach Aussagen eines Augenzeugen mit geheimdienstähnlichen Methoden verfolgt, ohne Rücksicht auf die Privatsphäre der Mitarbeiter. Es herrsche „eine Kultur der Angst“.

Softwareverbreitung über den App Store

Apple überprüft alle Programme, die für den iOS-App-Store eingereicht werden, vor der Veröffentlichung auf eine Reihe von technischen – etwa Sicherheit und Stabilität – aber auch inhaltlichen Kriterien. Da es Nutzern schwer möglich ist, aus anderen Quellen als dem App Store native Programme zu beziehen, sehen Kritiker in der Nichtzulassung von Programmen eine Zensur.
Andere Autoren sehen die Kontrolle des App Stores dagegen als möglichen Vorteil für Nutzer an:
“As more consumers have fears about security on the Internet, viruses and malware, they may be happy to opt for Apple's gated community.”
„Da immer mehr Verbraucher sich Sorgen um die Sicherheit im Internet, Viren und Schadsoftware machen, werden sie sich möglicherweise gern für Apples abgeschottetes System entscheiden.“
Laura Sydell, NPR

Datenschutz bei kundenbezogenen Nutzerdaten und Arbeitnehmern

Auch der Umgang des Konzerns mit Datenschutz steht in der Kritik. Die deutsche Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger fordert mehr Transparenz und wird im Spiegel mit den Worten zitiert: „Den Nutzern von iPhones und anderen GPS-fähigen Geräten muss klar sein, welche Informationen über sie gesammelt werden.“ Der Hinweis, dass sie der Nutzung der Daten widersprechen können, fehlt in Apples Datenschutzerklärung. Daher wurde Apple 2011 der Negativpreis Big Brother Award verliehen.
Einen weiteren Big Brother Award erhielt Apple, genauer: die Apple Retail Germany GmbH für den Umgang mit der Privatsphäre der Belegschaft. Die GmbH betreibt die Apple Stores in Deutschland. Dort sollen nicht nur die Verkaufsräume, sondern auch die Lager- sowie sogar Pausenräume der Beschäftigten per Video überwacht worden sein. Eine solche flächendeckende Videoüberwachung von Beschäftigten ist nach dem deutschen Datenschutz jedoch nicht zulässig.

EU-Vorwürfe gezielter Kundentäuschung

Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding beschuldigt in einem Brief an die Verbraucherschutzminister der Mitgliedsstaaten die Firma Apple, die Kunden beim Kauf von Mobiltelefonen und Computern hinsichtlich der ihnen innerhalb der EU zustehenden 24-monatigen gesetzlichen Gewährleistung zu täuschen und eine zusätzliche Garantie gegen Aufpreis zu verkaufen. „Es scheint, dass Apple-Verkäufer es versäumten, den Verbrauchern klare, wahrheitsgemäße und vollständige Informationen über die ihnen nach EU-Recht zustehende gesetzliche Gewährleistung zu geben“, wird darin erläutert. So bietet Apple zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung eine kostenlose 1-Jahres-Garantie an, schildert aber nicht, dass die Gewährleistung (von Gesetzes wegen) parallel existiert und über die doppelte Laufzeit geht. Der Unterschied kann gerade von Laien nicht erfasst werden. Im Dezember 2011 wurde von italienischen Behörden aufgrund dieser Praxis bereits eine Geldbuße in Höhe von 900.000 Euro gegen Apple erlassen.

Steuervermeidung

Apple praktiziert Steuervermeidung bzw. Steueroptimierung in Milliardenhöhe mit legalen Buchungstricks wie dem Double-Irish-With-a-Dutch-Sandwich-Prinzip. Diese Praktik wird zunehmend kritisiert.
Ermittler des Senates der Vereinigten Staaten von Amerika veröffentlichten am 20. Mai 2013 einen Bericht über das Vorgehen Apples. Zwischen 2009 und 2012 seien außerhalb der USA erwirtschaftete Gewinne in Höhe von mindestens 74 Milliarden US-Dollar an irische Tochterfirmen geflossen und nicht in den USA versteuert worden. Das Einkommen der irischen Tochtergesellschaft Apple Operations International in Höhe von 30 Mrd. US-Dollar in diesem Zeitraum sei in keinem Land der Welt versteuert worden, ein anderes Tochterunternehmen habe seine Einnahmen mit einer Rate von 0,05 % versteuert. Einige der Tochterunternehmen verfügten auch über keinerlei Angestellte. Am Tag darauf kam es zu einer öffentlichen Anhörung im Senat, an der auch Tim Cook teilnahm.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen